Sanieren oder neu bauen: was die Bausubstanz über die richtige Entscheidung verrät.
Sanieren oder neu bauen fragen sich viele, die ein älteres Haus geerbt oder gekauft haben. Die Sanierung erhält, was gut ist, und kostet pro Quadratmeter meist weniger als ein Neubau. Ein Neubau nach Abriss bringt heutigen Standard und einen Grundriss, der zum Leben passt, ist aber teurer und dauert länger. Den Ausschlag gibt fast immer die Bausubstanz: Fundament, tragende Wände, Feuchte und Dach. Diese Seite zeigt, worauf es ankommt und welche Förderungen in Oberösterreich für beide Wege gelten.
Bestand begutachten lassenSanierung und Neubau im direkten Vergleich.
Die Kosten pro Quadratmeter sind Richtwerte aus Ratgeberportalen. Bei der Sanierung schwanken sie besonders stark, weil jeder Bestand anders ist.
| Kriterium | Sanieren | Abriss und Neubau |
|---|---|---|
| Richtwert Kosten | Altbausanierung 800 bis 1.200 € pro m² | Massivhaus bezugsfertig 2.200 bis 3.000 € pro m², dazu Abriss und Entsorgung |
| Planungssicherheit | geringer, Überraschungen im Bestand möglich | hoch, alles neu geplant |
| Grundriss | an tragende Wände gebunden | frei planbar |
| Energiestandard danach | deutlich besser, selten Neubauniveau | Niedrigstenergiegebäude vorgeschrieben |
| Lage am Grundstück | bleibt wie bisher | heutige Abstände zur Grundgrenze einzuhalten |
| Behörde | je nach Umfang frei, anzeige- oder bewilligungspflichtig | Abbruch plus Neubau mit Bewilligung oder Baufreistellung |
| Wohnen während der Arbeiten | teilweise möglich | nein |
| Ressourcen | Bestand bleibt erhalten | Abbruchmaterial muss entsorgt oder verwertet werden |
Quellen: infina.at, Altbausanierung (Stand 16.02.2026) · finfo.at, Massivhaus bezugsfertig (Stand August 2026) · RIS, Oö. Bautechnikverordnung 2013, § 6a. Richtwerte für Österreich, kein Angebot. Ihren Fixpreis erhalten Sie nach der Besichtigung.
Sechs Bauteile, die über Sanieren oder Neubau entscheiden.
Eine Sanierung lohnt sich, wenn das Tragwerk gesund ist. Oberflächen, Fenster und Haustechnik lassen sich erneuern. Ein schlechtes Fundament nicht.
Fundament und Keller
Risse, die weiterwandern, Setzungen oder dauerhaft nasse Kellerwände sind ernste Warnzeichen. Bei massiven Schäden kippt die Rechnung im Vergleich oft in Richtung Neubau.
Tragende Wände und Decken
Holzbalkendecken mit Fäulnis, durchfeuchtetes Mauerwerk oder fehlende Aussteifung kosten viel. Gesundes Ziegelmauerwerk dagegen ist eine gute Basis für jede Sanierung.
Feuchte
Aufsteigende Feuchte, Salzausblühungen und Schimmel brauchen eine Ursachenanalyse. Erst wenn klar ist, woher das Wasser kommt, lässt sich der Aufwand seriös schätzen.
Dach
Ein intakter Dachstuhl ist viel wert. Muss nur die Eindeckung erneuert und gedämmt werden, bleibt die Sanierung überschaubar. Ist der Dachstuhl selbst geschädigt, steigt der Aufwand stark.
Grundriss und Raumhöhen
Niedrige Räume, kleine Zimmer und ein Grundriss ohne Bezug zum Garten lassen sich nur begrenzt ändern. Wer ohnehin fast alles umbauen will, landet kostenmäßig nahe am Neubau.
Haustechnik
Elektrik, Leitungen und Heizung sind in alten Häusern fast immer zu erneuern. Das ist kein Argument gegen die Sanierung, gehört aber von Anfang an in die Kostenrechnung beider Varianten.
Eine nachträgliche Abdichtung des Kellers ist möglich, aber aufwendig.
Welche Förderungen für Sanierung und Neubau gelten.
Das Land Oberösterreich fördert die Sanierung von Häusern mit bis zu drei Wohnungen mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss von 25 % zu einem Bankdarlehen oder alternativ mit einem einmaligen Bauzuschuss von 15 % der förderbaren Darlehenshöhe. Für eine umfassende Sanierung mit mindestens drei Bauteilen liegt die förderbare Darlehenshöhe bei bis zu 50.000 €, dazu kommen Boni. Die Baubewilligung des Hauses muss bei Antragstellung mindestens 20 Jahre zurückliegen.
Bemerkenswert für diese Entscheidung: Dieselbe Landesverordnung kennt auch den Abbruch eines Eigenheims mit Neubau, mit einer förderbaren Darlehenshöhe von bis zu 75.000 € beziehungsweise einem Bauzuschuss von höchstens 11.250 €. Auch die Eigenheim-Förderaktion mit 1,5 % Fixzins für die ersten zehn Jahre gilt ausdrücklich für den Abbruch eines Wohnhauses mit Neubau, Anträge sind bis 31.12.2027 möglich. Für beide Landesförderungen gelten Einkommensgrenzen.
Beim Bund ist der Sanierungsbonus für thermische Sanierung seit 02.02.2026 für neue Anträge geschlossen. Für 2027 ist eine neue Sanierungsoffensive angekündigt, Anträge sollen ab 04.01.2027 möglich sein, die genauen Richtlinien sollen im Dezember 2026 beschlossen werden. Wer jetzt plant, sollte die Termine im Auge behalten.
Quellen: Land OÖ, Eigenheimsanierung · RIS, Oö. Wohnhaussanierungs-Verordnung I 2020 · Land OÖ, Eigenheim Förderaktion 1,5 % · sanierungsoffensive.gv.at, Sanierungsoffensive 2027 (15.10.2026) · oesterreich.gv.at, Sanierungsoffensive
Abbruch, Abstände und Energieausweis: was das Gesetz verlangt.
Abbruch: Der Abbruch eines Gebäudes ist in Oberösterreich anzeigepflichtig. Bewilligungspflichtig wird er, wenn das Haus an der Nachbargrundgrenze mit einem anderen Gebäude zusammengebaut ist (§ 24 Abs. 1 Z 4 und § 25 Abs. 1 Z 12 Oö. BauO 1994). Fallen mehr als 750 Tonnen Bau- und Abbruchabfälle an, verlangt die Recycling-Baustoffverordnung vor dem Abbruch eine Schad- und Störstofferkundung.
Abstände: Ein Neubau muss die heutigen Mindestabstände einhalten, in der Regel 3 m zur Nachbargrundgrenze (§ 40 Oö. BauTG 2013), soweit der Bebauungsplan nichts anderes festlegt. Alte Häuser stehen oft näher an der Grenze. Wer abreißt, kann dadurch bebaubare Fläche verlieren. Bei der Sanierung dürfen Wärmedämmungen nach technischer Notwendigkeit den Abstand dagegen unterschreiten (§ 41 Abs. 2).
Energieausweis: Bei einem Neubau und bei einer größeren Renovierung, in der Regel wenn mehr als 25 % der Gebäudehülle betroffen sind, ist ein Energieausweis vorgeschrieben (§ 36 Oö. BauTG 2013). Ein Neubau muss als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden.
Quellen: RIS, Oö. Bauordnung 1994 · RIS, Oö. Bautechnikgesetz 2013 · RIS, Recycling-Baustoffverordnung
Sanieren oder neu bauen: typische Ausgangslagen.
Sanieren passt, wenn …
Fundament und Tragwerk gesund sind, der Grundriss passt, das Haus näher an der Grenze steht, als ein Neubau dürfte, oder Sie in Etappen sanieren und teils darin wohnen.
Neu bauen passt, wenn …
der Keller dauerhaft nass ist, das Tragwerk schwere Schäden hat, Sie den Grundriss fast ganz ändern würden oder barrierefrei auf heutigem Energiestandard wohnen wollen.
Ein Mittelweg, wenn …
nur ein Teil des Hauses schlecht ist. Dann kann ein Teilabbruch mit Umbau und Zubau sinnvoll sein, oder ein Dachausbau schafft den fehlenden Platz ohne Neubau.
Wer neu baut, wohnt barrierefrei und auf heutigem Energiestandard, ohne Kompromisse beim Bestand.
So bereiten Sie die Entscheidung vor.
- Alte Pläne, Baubewilligung und Baujahr aus dem Gemeindeamt besorgen
- Feuchte im Keller und an den Außenwänden dokumentieren, mit Datum und Wetterlage
- Risse fotografieren und beobachten, ob sie wachsen
- Dachstuhl vom Dachboden aus ansehen lassen
- Abstand des Bestands zur Grundgrenze und den Bebauungsplan prüfen
- Energieberatung beim OÖ Energiesparverband in Anspruch nehmen
- Förderbedingungen und Einkommensgrenzen vor Baubeginn klären
- Beide Varianten mit gleichen Annahmen rechnen lassen, inklusive Abriss, Entsorgung und Wohnen in der Bauzeit
In sechs Schritten zur belastbaren Entscheidung.
Unterlagen sammeln
Baujahr, alte Pläne, frühere Umbauten und Ihre Wünsche an das künftige Haus.
Besichtigung vor Ort
Wir prüfen Keller, Mauerwerk, Decken, Dachstuhl auf Risse, Feuchte, Setzungen.
Zwei Varianten rechnen
Beide Varianten mit gleicher Wohnfläche und gleichem Ausbaustandard.
Nebenkosten einrechnen
Abbruch, Entsorgung und die Frage, wo Sie während der Bauzeit wohnen.
Förderung zuordnen
Wir zeigen, welche Förderschiene zu welcher Variante am besten passt.
Verfahren und Zeitplan
Das Verfahren bei der Gemeinde und ein Zeitplan rund um den Förderantrag.
Je mehr wir vorab wissen, desto gezielter wird die Besichtigung. Vor Ort klären wir auch die Lage des Hauses zur Grundgrenze. Beide Varianten stellen wir mit gleichen Annahmen gegenüber. Den Förderantrag stellen Sie vor Baubeginn, die Zeitplanung stimmen wir darauf ab.
Wir sehen uns Ihren Bestand an und sagen ehrlich, was er taugt.
Wir übernehmen Sanierungen, Umbauten und Dachausbauten ebenso wie Neubauten bis belagsfertig. Deshalb haben wir kein Interesse daran, ein brauchbares Haus abzureißen oder ein schlechtes schönzureden. Bei der Besichtigung sehen wir uns Fundament, Mauerwerk, Decken und Dach an und sagen Ihnen, wo die großen Kostenblöcke liegen.
Für Heizung und Sanitär arbeiten wir mit Partnerbetrieben, Installateurarbeiten führen wir selbst nicht aus. Für eigene Bauvorhaben erstellen wir Einreichplan und Energieausweis. Kostenrichtwerte im Detail finden Sie unter Altbausanierung Kosten.
Häufige Fragen zu Sanieren oder neu bauen.
Ab wann lohnt sich eine Sanierung nicht mehr?
Gibt es Förderung, wenn ich abreiße und neu baue?
Kann ich während der Sanierung im Haus wohnen?
Brauche ich für eine Sanierung eine Baubewilligung?
Lohnt sich eine Sanierung auch energetisch?
Was kostet die Besichtigung?
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns über das Formular, wir antworten in der Regel per E-Mail.
Zahlen und Rechtsgrundlagen auf dieser Seite stammen aus diesen Quellen (abgerufen 17. Oktober 2026). Kostenangaben sind Richtwerte und kein Angebot: infina.at, Altbausanierung · finfo.at, Fertigteilhaus und Massivhaus Preise · Land OÖ, Eigenheimsanierung · RIS, Oö. Wohnhaussanierungs-VO I 2020 · Land OÖ, Eigenheim Förderaktion 1,5 % · Sanierungsoffensive 2027 · RIS, Oö. Bauordnung 1994 · RIS, Oö. Bautechnikgesetz 2013 · RIS, Recycling-Baustoffverordnung
Sanieren oder neu bauen: Erzählen Sie uns von Ihrem Haus.
Baujahr, Ort und was Ihnen am Haus Sorgen macht genügen für den Anfang. Fotos können Sie später nachreichen. Kostenlos und unverbindlich.
- Formular ausfüllenRund 2 Minuten, Pläne können Sie später nachreichen.
- Rückmeldung per E-MailWir melden uns mit ersten Fragen oder einem Terminvorschlag.
- Besichtigung vor OrtWir sehen uns Grundstück und Pläne gemeinsam an.
- Schriftliches AngebotMit klarem Leistungsumfang.
Ein regionales Bauunternehmen mit Handschlagqualität.
Die 1A-Bauservice GmbH realisiert seit 2016 Bau- und Sanierungsprojekte im Innviertel, mit über 28 Jahren Erfahrung in der Branche. Unser Team aus ausgebildeten Fachkräften baut Häuser vom Fundament bis zur geschlossenen Hülle, dazu Keller, Bodenplatten, Pools sowie Erd- und Gartenarbeiten.